Definition des PCO-Syndroms

In der allgemeinen Beschreibung des PCO-Syndroms wurde ja bereits darauf hingewiesen, dass das PCO-Syndrom nicht kein einheitlich auftretende Erkrankung ist, sondern verschiedene Symptome (Zyklusstörungen mit ausbleibendem Eisprung, männliches Behaarungsmuster und Akne, erhöhte männliche Hormone sowie kleine Zysten im Ultraschall) unterschiedlich ausgeprägt sein können.

Deswegen hat man sich bisher ziemlich schwer getan, das PCO-Syndrom als Krankheitsbild genauer zu definieren

1990 kam es erstmals zu einer gemeinsamen Erklärung und Definition der Erkrankung (NICHD-PCOS Konsensuskonferenz in den USA):

  • Zyklusstörungen. Dabei oft fehlender Eisprung und deutlich verlängerte Zyklen bis hin zum vollständigen Wegbleiben der Blutung.
  • männlicher Behaarungstyp (Hirsutismus). Also Gesichtsbehaarung, Haare an den Oberschenkelinnenseiten und am Bauch
  • und/oder vermehrte männliche Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie)

Die Befunde im Ultraschall (PCO-typische Zysten an den Eierstöcken) und unerfüllter Kinderwunsch wurden als Zusatzkriterien genannt.

2003 wurde in Rotterdam eine aktuellere Definition erstellt, die den Ultraschallbefund als eigenständigen Punkt einbindet. Demnach liegt ein PCO-Syndrom vor, wenn zwei der drei folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Zyklusstörung
  • Erhöhung der männlichen Hormone und/oder Hirsutismus/Akne
  • Polyzystische Ovarien im Ultraschall: Polyzystische Ovarien liegen demnach vor, wenn bei der Sonographie mindestens ein Eierstock ein Volumen von mindestens zehn Milliliter und/oder mindestens zwölf “Zysten” (also eigentlich unreife Follikel) von mit einem Durchmesser von jeweils zwei bis neun Millimeter aufweist.

In den letzten Jahren ist die Insulinresistenz als wesentlicher Bestandteil des PCO-Syndroms erkannt worden, in den Definitionen fand diese jedoch bisher keinen Eingang.

Die Rotterdam Definition zeigt deutlicher die unterschiedliche Ausprägung des PCO-Syndroms. Demzufolge kann eine Frau im Ultraschall polyzystischen Ovarien aufweisen und Zyklusstörung aber ohne erhöhte männliche Hormone oder die erkennbaren Folgen davon wie Akne oder Hirsutismus. Es ist aber auch möglich, polyzystische Ovarien und erhöhte männliche Hormone aufzuweisen, dies jedoch ohne wesentliche Beeinträchtigung des Zyklus. Ob diese Fälle dann wirklich dem „PCO“ entsprechen, welches behandlungsbedürftig ist, wird von den Experten sehr kontrovers diskutiert und es ist davon auszugehen, dass die Rotterdamer Definition nicht die letzte gewesen ist.

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