Regelmäßiges Fasten vermindert die Fettzellen im Körper

New Orleans/Wien (pte) – Wer regelmäßig fastet, schützt sich dadurch vor Diabetes und Herzerkrankungen. Das berichten Forscher des Intermountain Medical Center auf der Jahrestagung des American College of Cardiology. Fasten verbessert mehrere Risikofaktoren für das Herz wie etwa Triglyceride, Gewicht oder Blutzucker, bestätigen die Forscher.

Gesunder Stress für den Körper
Schon 2007 konnten die Wissenschaftler zeigen, dass regelmäßiges Fasten das Risiko für die koronare Herzkrankheit als auch für Diabetes senkt. Jetzt wurden die Ergebnisse durch die Untersuchung biologischer Körpermechanismen verfeinert und ergänzt. Dazu beobachteten die Mediziner 200 Patienten, die während 24 Stunden nur Wasser zu sich nahmen. Die deutlichste Veränderung war der Anstieg von Cholesterin im Blut – und zwar sowohl in dessen schädlichen LDL-Variante, bei ein Anstieg von 14 Prozent verzeichnet wurde, als auch in der “guten” HDL-Version mit sechs Prozent Anstieg.

“Fasten erzeugt Hunger und Stress. Der Körper setzt in Folge mehr Cholesterin frei und erlaubt diesem, Fett statt Zucker als Energiequelle zu beziehen. Das senkt die Zahl der Fettzellen im Körper, wodurch der betroffene Mensch besser vor Insulinresistenz und Diabetes geschützt ist”, erklärt Studienleiter Benjamin D. Horne. Auch das Wachstumshormon Somatropin stieg bei fastenden Frauen um das 13-Fache, bei Männern sogar um das 20-Fache an. “Zu klären gilt es nun noch, wie Fasten das Risiko senkt oder ob es einfach auf einen gesunden Lebensstil deutet”, so der Forscher.

Individuelle Abstimmung nötig
Wer fasten will, sollte seine Ausgangssituation erwägen und die für ihn geeignetste Art des Fastens suchen, betont Kurt Widhalm, Präsident des österreichischen akademischen Instituts für Ernährungmedizin http://www.oeaie.org, im pressetext-Interview. “Die Palette reicht von der Einschränkung der Nahrungsaufnahme unter dem Energiebedarf bis zum völligen Verzicht auf feste Nahrung. Zudem kann das, was für Gesunde problemlos ist, bei Patienten mit Herzinsuffizienz, Fettstoffwechsel-Störung oder Diabetes sogar negative Auswirkungen haben, weshalb hier ärztliche Führung ratsam ist”, so der Experte.

Speziell für Übergewichtige wird die Nulldiät, die in früheren Jahrzehnten viele Anhänger fand, aus wissenschaftlicher Sicht nicht mehr empfohlen. “Der Abbau des körpereigenen Eiweißes, der dabei geschieht, kann sich auch ungünstig auswirken. Besser ist es deshalb, den Verlust während der Fastenperiode durch Nahrungsergänzungsmittel oder Formula-Elemente teilweise zu kompensieren, was auch für essenziellen Nährstoffe, Spurenelemente oder Vitamine gilt.” Nicht Körpersubstanz, sondern Fett solle dabei abgebaut werden.

Auch die Psyche fastet
Angesichts des häufigen Problems des Übergewichts empfiehlt Widhalm, speziell in der Fastenzeit den Ernährungsstil zu überdenken. “Sinnvoll ist Fasten nicht nur aus somatischer Sicht, sondern es hat auch eine starke psychische Komponente. Es erlaubt, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen, und regt an zum Nachdenken.”