Damenbart kann Anzeichen für ernsthafte Erkrankung sein : News

Für viele Betroffene ist der so genannte “Damenbart” vor allem ein ästhetisches Problem, doch wie der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) mitteilte, kann es sich bei ihm auch um ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung handeln, denn bei vielen hormonellen Störungen tritt eine verstärkte Körperbehaarung als Begleiterscheinung auf.

BVF-Präsident Christian Albring erklärt, dass in viele Fällen das so genannte Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) dahintersteckt, eine Stoffwechselerkrankung, bei der es aufgrund mehrerer Zysten in den Eierstöcken zu einer vermehrten Produktion männlicher Sexualhormone kommt. Neben dem Damenbart leiden Betroffene häufig auch an Akne, Haarausfall, Zyklusstörungen oder Unfruchtbarkeit. Hinzu kommen psychosziale Probleme wie allgemeine Unzufriedenheit und Scham sowie die Einschränkung der Sexualität. Der Großteil der an PCOS erkrankten Frauen (70%) ist zudem übergewichtig und weist eine Insulinresistenz auf, die in vielen Fällen zu Diabetes führt. Als Spätfolgen können Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten. In der Regel tritt die Krankheit zum ersten Mal zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf und betrifft ca. 5-10% der geschlechtsreifen Frauen.

Eine verstärkte Körperbehaarung kann allerdings auch harmlose Ursachen haben, betont Albring, eine zugrundeliegende Erkrankung ist nicht zwangsläufig der Fall. Sicherheit geben die entsprechenden Untersuchungen beim Frauenarzt. So können erhöhte Testosteron-Werte in einem einfachen Bluttest nachgewiesen werden und mittels Ultraschall können Fehlfunktionen der Eierstöcke aufgedeckt werden.

PCOS kann auf verschiedene Arten behandelt werden, am häufigsten werden hormonelle und medikamentöse Therapien eingesetzt.