Mehrlingsrisiko mit Clomifen, Metformin und Spritzen

Das PCO-Syndrom zeichnet sich dadurch aus, dass der Eisprung nur selten oder gar nicht eintritt und deswegen oft eine medikamentöse Therapie notwendig ist, um den Eisprung herbeizuführen.

Dies beinhaltet jedoch Risiken, die in der oft recht starken und ausgeprägten Reaktion der “PCO-Eierstöcke” begründet sind. Überstimulationen und Mehrlinge sind dabei die bedeutendsten Risiken.

Oft geht das PCO-Syndrom mit einer Insulinresistenz einher. In diesen Fällen hat sich eine Behandlung mit Metformin etabliert. Die hormonelle Stimulation der Eierstöcke mit Clomifen oder Spritzen ist jedoch oft die wirksamste Therapie.

In einer aktuellen Studie wurden nun mehr als einhundert Schwangerschaften bei PCO-Patientinnen beobachtet und ausgewertet, wobei der Anteil von Mehrlingsschwangerschaften im Fokus des Interesses war. dabei wurden drei verschiedene Patientengruppen beobachtet:

  1. Frauen, die mit Clomifen alleine keinen Eisprung bekamen, aber mit Metformin (ggf. zusätzlich Clomifen)
  2. Frauen, die mit Clomifen keinen Eisprung bekamen und mit Spritzen behandelt wurden
  3. Frauen, die mit Clomifen erfolgreich zu einer Schwangerschaft kamen.

Die Ergebnisse waren aufschlussreich: In der ersten Gruppe traten keine Mehrlingsschwangerschaften auf. Bei reiner Clomifenbehandlung, also der dritten Gruppe, betrug die Mehrlingsrate 11%, während nach einer Spritzenbehandlung die Mehrlingsrate 36% betrug.

Die Autoren kommen zu de Schluss, dass es die Gabe von Metformin erleichtert, Mehrlingsschwangerschaften zu vermeiden.

Dem ist (aus eigener Erfahrung) zuzustimmen, jedoch seien noch einige Anmerkungen erlaubt:

  • Es handelt sich hier um eine retrospektive Befragungs-Studie. Dieses Studiendesign leidet darunter, dass nicht alle angeschriebenen und befragten Probanden auch wirklich antworten und die Selektion beinhaltet daher eine mögliche Fehlerquelle (Bias)
  • Gonadotropine sind aufgrund ihrer kürzeren Halbwertszeit in ihrer Wirkung besser steuerbar, weshalb zumindest pesönliche Erfahrungen die Ergebnisse dieser Studie nicht uneingeschränkt bestätigen können
  • Ist diese Studie ein deutlicher Hinweis darauf, dass die leider immer noch übliche Clomifen-Behandlung im “Blindflug” (=ohne Ultraschallüberwachung) zumindest bei PCO-Patientinnen nicht ohne Risiken ist und daher abzulehnen

Ratts VS, Pauls RN, Pinto AB, Kraja A, Williams DB, Odem RR
Risk of multiple gestation after ovulation induction in polycystic ovary syndrome.
J Reprod Med. 2007 Oct;52(10):896-900


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Autor Dr. Elmar Breitbach: persönliche Homepage | XING | Facebook | Twitter



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