PCO-Symposion: Metformin hilft bei PCO

Das Diabetesmedikament Metformin könnte künftig Frauen helfen, die aufgrund eines so genannten Polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS) nicht schwanger werden. Auf der 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in Essen diskutieren Experten den Einsatz von Metformin in der Therapie dieser hormonellen Störung. Etwa sechs Prozent aller Frauen leiden an einem Überschuss männlicher Hormone. Ursache ist meist ein PCOS. Das PCOS ist eine der häufigsten Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch: In den Eierstöcken – den Ovarien – der betroffenen Frau sammeln sich bei dieser hormonellen Störung zahlreiche Eibläschen an. Bei vielen Frauen mit PCOS findet sich außerdem ein erhöhter Anteil männlicher Hormone im Blut. Die Folgen: Vermehrte Körperbehaarung, Akne und Haarausfall. Häufig kommt es zu Zyklusstörungen, ein Eisprung findet oft nicht statt – die Frauen sind unfruchtbar. „Metformin wird inzwischen zunehmend zur Kinderwunschtherapie bei PCOS eingesetzt“, erläutert Privatdozent Dr. med. Onno Janßen, Leitender Oberarzt der Klinik für Endokrinologie am Universitätsklinikum Essen. Neue Erkenntnisse zur Metformin-Therapie des PCOS stellt der Endokrinologe in Essen im Rahmen einer Pressekonferenz vor.

Bei vielen Patientinnen verliert zudem das Hormon Insulin seine Wirkung. Ähnlich wie bei einem Altersdiabetes muss der Körper immer mehr Insulin produzieren, um den Blutzucker in Grenzen zu halten. Der hohe Insulinspiegel führt wiederum dazu, dass der Körper noch mehr männliche Hormone bildet.

Der Wirkstoff Metformin verbessert die Insulinwirkung. Hormonhaushalt und Zyklus normalisieren sich, auch der Eisprung findet wieder statt. Damit haben die Frauen gute Voraussetzungen, auf natürliche Weise schwanger zu werden. Offiziell ist Metformin noch nicht zur Behandlung von PCOS zugelassen. „Eine Therapie kann aber im Rahmen eines Heilversuchs durchgeführt werden“, so Dr. Janßen.