Schränkt die Pille die Fruchtbarkeit ein?

Ein weitverbreiteter Mythos ist es, dass die Fruchtbarkeit der Frau nach einer langen Einnahme der „Pille“ zur Verhütung vermindert sei, das scheint jedoch nicht der Fall zu sein.

Der Wissenschaftler Kurt Barnhart untersuchte zahlreiche Studien aus 47 Jahren, die sich mit dieser Vermutung beschäftigt haben. Dabei fand er zwar heraus, dass der weibliche Zyklus nach dem Absetzen des hormonellen Verhütungsmittels nicht sofort wieder normal funktioniert, die Wahrscheinlichkeit, in den ersten zwölf Monaten ohne Schlucken der Pille schwanger zu werden, ist jedoch dieselbe, wie bei den meisten anderen Methoden der Empfängnisverhütung.

Im Vergleich ergab sie eine Schwangerschaftsrate, die je nach Studie zwischen 72 und 94 Prozent liegt. Frauen, die zum Beispiel mit einer Spirale verhütet hatten, wurden mit einer fast identischen Warscheinlichkeit in den ersten zwölf Monaten nach Entfernen des Intrauterinen Pessars wieder schwanger. Die Raten lagen hier zwischen 70 und 95 Prozent. Lediglich bei der Natürlichen Familienplanung (NFP) und bei der Verhütung mit Kondomen liegen die Raten nach Aussage des amerikanischen Wissenschaftlers mit konstant 91 bzw. 92 Prozent etwas stabiler.

Frauen, die unter einem sogenannten PCOSyndrom leiden, können von der Einnahme der Pille sogar profitieren. Bei dieser Krankheit erschwert ein erhöhter Spiegel an männlichen Hormonen eine Befruchtung. Die Pille kann diese Hormone senken und die Hyperaktivität der Eierstöcke mit vielen unreifen Eibläschen beruhigen helfen.