Wie man das PCO-Syndrom behandeln sollte

Das sogenannte PCO-Syndrom ist eine der häufigsten zur Sterilität führenden Erkrankungen der Frau. Genauere Informationen gibt es im Theorie-Teil dieser Seite.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern (The Thessaloniki ESHRE/ASRM-Sponsored PCOS Consensus Workshop Group) hat nun versucht, eine Grundlage für Richtlinien zur Behandlung des PCO-Syndroms zu erstellen. Bei der Lektüre dieser Empfehlungen darf man nicht vergessen, dass es sich hierbei um den kleinsten gemeinsamen Nenner handelt und in der täglichen Praxis durchaus auch andere Vorgehensweisen sinnvoller sein können als die hier beschriebenen.

Die Empfehlungen zur Behandlung des PCO-Syndroms



  • Bevor eine Behandlung durchgeführt wird, sollte eine ausführliche Beratung erfolgen,die folgenden Punkte beinhaltet: Hinweis auf die Wichtigkeit einer gesunden Lebensweise, insbesondere Reduktion evtl. vorhandenen Übergewichts durch Diät und Sport, sowie Alkohol- und Nikotinkonsums
  • Als erstes Medikament zur Unterstützung der beim PCO-Syndrom oft gestörten Eizellreifung sollte weiterhin zunächst Clomifen zur Anwendung kommen.
  • Sollte Clomifen nicht ausreichend wirken und eine Schwangerschaft ausbleiben, dann sind die nächsten empfohlenen Schritte entweder die hormonelle Stimulation mit Spritzen oder eine Bauchspiegelung mit Stichelung der Eierstöcke (Drilling), ein Verfahren, welches wir bereits hier im Rahmen einer Studie erwähnten. Auf englisch wird dieses Verfahren “laparoscopic ovarian surgery (LOS)” genannt.
  • Tritt bei keinem der vorgenannten Therapien ein Erfolg ein, dann wird als dritte “Eskalationsstufe” die IVF empfohlen.
  • Die Gabe von Metformin sollte Frauen mit einer “Glucoseintoleranz” vorbehalten bleiben. Wobei dieses Wort tatsächlich gewählt wurde, in unserem Sprachgebrauch wird wohl die Insulinresistenz gemeint ist. Die aktuellen Studiendaten lassen gemäß den Ausagen der Autoren dieses Konsensus-Papiers keine erweitereten Indikationen zu
  • Andere Medikamente zur Stimulation der Eizellreifung (Aromatasehemmer) sind gegenwärtig noch nicht ausreichend gut untersucht, um zur Behandlung des PCO-Syndroms empfohlen werden zu können.

Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass eine individuelle Anpassung der Therapie – basierend auf den Untersuchungsergebnissen – von den obene genannten Schritten abweichen kann.

Effektivität und Nebenwirkungen der Behandlungen

Die Verwendung von Gonadotropinen (Spritzen) zur Stimulation der Eierstöcke geht mit einem erhöhten Risiko für Mehrlinge einher. Clomifen wird zwar nicht genannt, aber der Hinweis sei gestattet, dass auch hier Mehrlinge auftreten können. Daher ist eine intensive Überwachung der Behandlung (ULtraschall) drigend anzuraten.

Die operative Therapie mit Stichelung der Eierstöcke (LOS) ist als Einzelmaßnahme in weniger als 50% der Fälle erfolgreich. Oft ist auch nach einem solchen Eingriff eine Hormongabe notwendig. Mit Hormonbehandlungen (Spritzen, Clomifen) werden mehr als 70% der Frauen mit einem Kind schwanger.

Aber auch eine Einlingsschwangerschaft ist bei vorbestehendem PCO-Syndrom eine Risikoschwangerschaft. So treten Gestosen und Gestationsdiabetes häufiger auf als bei Frauen ohne ein PCO-Syndrom in der Vorgeschichte.

The Thessaloniki ESHRE/ASRM-Sponsored PCOS Consensus Workshop Group
Consensus on infertility treatment related to polycystic ovary syndrome.
Hum Reprod. 2008 Mar;23(3):462-477.


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Autor Dr. Elmar Breitbach: persönliche Homepage | XING | Facebook | Twitter




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